Auf keinen Fall Opernmusik!
So verlangten es die Leipziger Honoratioren. Etwas im Stile Georg Philipp Telemanns schwebte den Herren vor: eingängig, keinesfalls so beunruhigend, dissonant und kompliziert wie Bachs Johannes-Passion, deren Uraufführung sie ein Jahr zuvor in Leipzig erlebt hatten. Doch Bach war den Streit mit Ratsherren und Behörden gewohnt. Seine Musik war ihm wichtiger, und in der Leipziger Kaufmannschaft gab es genügend Unterstützer, die über Einfluss, Geist und Begeisterung verfügten. So entstand ein Werk, über das Nikolaus Harnoncourt nur sagte, es gebe kein Wort dafür – höchstens „Vollkommenheit in allem“. Und sicher war es auch Johann Sebastian Bach bewusst, dass er hier etwas Großes geschaffen hatte. Er überarbeitete…






