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Der Symphonische Chor auf Gozo

Der Symphonische Chor auf Gozo

Die Idee

Familiäre Bande eines Chormitgliedes nach Gozo führten bereits im Jahr 2017 zu der Idee, dass der Symphonische Chor im Rahmen des jährlichen „Victoria International Arts Festivals”, kurz VIAF, in der Stadt Victoria auf Gozo (die kleine Schwester Maltas) ein Konzert geben könne. Damals stand das Festival noch unter der musikalischen Leitung des maltesischen Komponisten und Dirigenten Joseph Vella.

Es begannen Gespräche, in denen versucht wurde, ein Werk zu finden, das wir kurz nach der Reise noch einmal mit Matthias Janz in Hamburg aufführen könnten. Als geeignet erschien Brahms’ „Ein deutsches Requiem“, was auch dem Festival-Ausschuss gefiel.

Dann geschah es: Joseph Vella starb im Februar 2018 im Alter von 76 Jahren. Das Festival verlor seinen musikalischen Leiter. Niemand wusste, wie es mit dem Festival weitergehen sollte. Das Programm für 2018 stand bereits fest, aber ob es in 2019 ein VIAF geben würde, war vollkommen offen.

Die Planung

Nach dem VIAF 2018 aber wurde die Planung für das Folgejahr aufgenommen, und uns damit sogar die Möglichkeit eröffnet, mit unserem eigenen Dirigenten anzureisen. Allerdings mit einer Einschränkung: Anstelle von Brahms sei doch bitte Carl Orff zu spielen – die „Carmina Burana“. Da das Werk nicht abendfüllend ist, durften wir noch ein weiteres kleineres Werk nach unserem Wunsch bestimmen. Die Wahl fiel auf „Die erste Walpurgisnacht“ von Felix Mendelssohn Bartoldy.

Termin für das Konzert: Der 12. Juni 2019. Mittwoch nach Pfingsten, leider nicht in den Schulferien, aber recht günstig gelegen, weil durch den Pfingstmontag nur drei Arbeitstage freigenommen werden mussten. Dies ermöglichte sogar einigen Lehrern, mit Sondergenehmigung und offiziellem Schreiben des Chorvorstands, an der Reise teilzunehmen.

Mehr als siebzig Sängerinnen und Sänger meldeten sich spontan an. Leider musste nun plötzlich unser Maestro Matthias Janz die Reise aus Termingründen absagen. Eine würdige Vertretung fanden wir in Thomas Dahl, Kirchenmusikdirektor an der Hauptkirche St. Petri in Hamburg, der sich dankenswerterweise sehr spontan bereiterklärte, die noch verbleibenden Proben mit uns durchzuführen und dann mit uns nach Gozo zu reisen (“Wir werden die Insel rocken”)

Maria Frendo, die Organisatorin des VIAF Festivals und Torsten Behle

Die Umsetzung

Der Reise- und Freizeitausschuss des Chors kümmerte sich vom Hin- bis zum Rücktransfer um fast alles, was auf der Insel stattfand. Herzlich empfangen wurden wir gleich am ersten Abend mit einer Führung durch die Basilika San Ġorġ und einem Umtrunk auf der Dachterasse des Il-Hagar Gozo Museums – hoch über den Dächern von Victoria. Mit von der Partie an dieser wunderbaren, hochsommerlichen Abend waren unsere Gastgeber, Maria Frendo, die Organisatorin des VIAF-Festivals und immer freundliche und offene Ansprechpartnerin vor und während unserer Reise für alle Fragen rund um Vorbereitung und Durchführung der Proben und Konzerte, Pater George und Mitglieder des Laudate Pueri Chores. Partner von Chormitgliedern und einige passive Mitglieder waren auch angereist.

Die folgenden Tage waren geprägt von Proben und der Generalprobe mit dem Malta Philharmonic Orchestra und dem Laudate Pueri Chor im Astra Theatre. Die selbst für die Einheimischen extrem hohen Temperaturen in den nicht klimatisierten Räumen in sehr ungewohnter Atmosphäre machten das Ganze zu einer spannenden Angelegenheit.

In unserer freien Zeit erkundeten wir die zauberhafte kleine Insel und belagerten den hoteleigenen Pool sowie den zentralen Platz von Vicoria. In den zahlreichen Lokalen rund um den Platz konnte man zu jeder Tages- und Nachtzeit Mitglieder des Chores antreffen und in fröhlicher Runde essen und trinken! Ein Höhepunkt war ein gemeinsamer Segeltörn rund um die Insel Camino und zur blauen Lagune. Hier konnten die Chormitglieder auch ihre Fähigkeiten im Synchronschwimmen unter Beweis stellen.

Das Konzert

Am 12. Juni war es soweit: Unser Konzert im Astra Theatre, offensichtlich ein großes Event auf der kleinen Insel. Das Theater war ausverkauft, und eine aufgeregte und erwartungsvolle Stimmung erfüllte den Saal. Im ersten Teil durften wir alleine die wunderschöne “1. Walpurgisnacht” von Felix Mendelssohn Bartholdy singen. Im zweiten Teil stand – gemeinsam mit dem einheimischen Laudate Pueri Chor – die Carmina Burana auf dem Programm. Die große Hitze machte allen zu schaffen. Aber das Ganze wurde unter der immer souveränen Leitung von Thomas Dahl zu einem einmaligen Erlebnis und zu einem großen Erfolg.

Solistinnen und Solisten (Miriam Cauchi, Sopran; Frances Catherine Farrugia, Alt; Roberto Colavalle Counter-Tenor; Michael J. Connaire, Tenor; Louis Andrew Cassar, Bariton; Sönke Tams Freier, Bass) aus Malta und Deutschland waren dabei und hatten offensichtlich auch große Freude an dem ungewohnten, gemeinsamen Musizieren. Unter anderem waren die uns allen wohlbekannten Sänger Sönke Tams Freier und Michael Connaire mitgereist! (Sie begleiteten uns auch auf unserer Segeltour). Für Aufregung sorgte kurz vor dem Konzert die Absage der maltesischen Altistin Claire Massa. Sie hatte sich das Bein gebrochen. Kurzfristig wurde Ersatz in der Sängerin Frances Catherine Farrugia gefunden, die es innerhalb kurzer Zeit meisterhaft verstand, die schwierigen Partien zu übernehmen und – vor allem – den deutschen Text der “Walpurgisnacht” einzustudieren.

Eine fröhliche Aftershow-Party, bei der wir uns mit lokalen Spezialitäten und Getränken stärken und abkühlen konnten, rundete das gemeinsame Erlebnis ab. Nach drei wunderbaren Tagen waren innerhalb des Chores, aber natürlich auch zu unseren Gastgebern auf Gozo neue Freundschaften entstanden, und es war der Wunsch gereift, auch zukünftig wieder mehr auf Reisen zu gehen.

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