Mehr Verdi geht nicht

So titelt der Blog „Klassik Begeistert“ in seiner Kritik nach dem Konzert des Symphonischen Chors am 24. November 2019 in der Hamburger Laeiszhalle.

Es braucht nur ganz wenige Takte, bis die altehrwürdige Laeiszhalle in Hamburg von einer magischen Stimmung erfüllt ist.

Wir freuen uns natürlich über die hervorragende Kritik – zumal wir auch selbst das Konzert am Sonntag als Höhepunkt unserer „Tournee“ empfunden haben. Anstrengend war es allemal – für alle Beteiligten: Am Dienstag die letzte Chorprobe in Hamburg, am Mittwoch Orchesterprobe in Sønderborg, am Donnerstag wieder im gerappelt vollen Bus von Hamburg nach Sønderborg zur Generalprobe. Und dann drei Konzerte hintereinander ohne einen Pausentag – das war ein straffes Programm.

Eine Bühnenerweiterung wurde notwendig für 260 Musiker!

Aber dann: Am Sonntag kannte jeder Sänger jede Note; man hatte sich an die Position auf der Bühne gewöhnt, kannte die Stimmen neben, hinter und vor sich, war auf alle Tempowechsel vorbereitet und konnte fast ohne zu blinzeln dem Taktstock unseres Maestros folgen.

Das Resultat: Die schwierigen Fugen „Sanctus“ und im „Libera me“ gelingen perfekt: Einsätze kommen auf den Punkt, alle Tempi stimmen, Betonungen, Phrasierungen – die eigene Stimme verschmolz mit der Musik.

Ein Verdi Requiem mit solch großer Besetzung hat es in Deutschland wohl sehr lange nicht gegeben. Und die Musiker unter Janz bieten nicht nur Quantität, sondern auch beeindruckende Qualität. Überirdisch schön ist die Zartheit des Chores zu Beginn des Requiems! Man kann es kaum fassen, wie fein und ätherisch die gewaltige Menge von 180 Sängern zusammen in einer vereinten Stimme singen kann.

Auch die Kritiken in der Flensburger Avis und im Flensburger Tageblatt können sich sehen lassen, wenn auch das geringe Saal-Licht im Deutschen Haus als „apokalyptisch“ bezeichnet wurde.

Es ist für uns Chorsänger immer wieder beeindruckend, wie sehr die Musik überwältigt und wie lange die Euphorie nach dem letzten Konzert anhält. Es ist die Belohnung für den enormen Aufwand, den 180 musikbegeisterte Menschen auf sich nehmen, die fast alle in ihren Berufen fest eingebunden sind. Aber spätestens seit Mitte August gehörte jeder Dienstag Abend und ein langes Wochenende einem der größten Opernkomponisten aller Zeiten: Giuseppe Verdi.

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